Hygiene für die Seele

Tipps und Anregungen, in dieser Zeit menschlich gesund zu leben

Liebe Leserinnen und Leser,

hoffentlich kommen wir alle relativ ungeschoren durch die Corona-Welle. Dazu ist es gut, maßvolle Vorschriften und vernünftige Ratschläge durchzulesen und zu befolgen. Dann kann uns diese Bedrohung der Gesundheit nicht so leicht in Hysterie versetzen oder zu übertriebenen Aktionen und Einkäufen verleiten.

Hygiene ist eines der großen Kampfmittel gegen „Corona“. Beachten Sie - soweit als möglich - die guten Ratschläge zur Hygiene. Und wenn wir dann schon bei „Hygiene“ sind, dann achten Sie bitte auch auf die „Hygiene der Seele“. Ein paar Tipps zur „Hygiene der Seele“ möchte ich ansprechen. 

  • Diese Hygiene beginnt damit, dass wir unsere eigene Person behandeln wie ein rohes Ei oder wie einen kostbarsten Schatz. Gehen Sie liebevoll mit sich um! Achten Sie auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Körper und Seele - für beides sind wir verantwortlich, denn Leib und Seele (ich spreche einfach von der „Seele“, Sie können dafür Persönlichkeit, Einmaligkeit, Geist, Person ein-setzen) sind nicht Gegensätze, sondern zusammengehörende „Bestandteile des Menschen.“ Wenn das Gleichgewicht gestört ist, kann uns die kleinste Kleinigkeit aus der Bahn werfen oder in Massenhysterie treiben. 
  • Verlangen Sie nicht, dass jeder Wunsch erfüllt wird. Es wird immer ein Rest von Unerfülltem zurückbleiben und ein Philosoph des 19. Jahr hunderts sagt: „Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.“ Bertold Auerbach 
  • Seien Sie bemüht, ein „wohltuendes Zuhause“ zu pflegen, zumindest bei einem einzigen Menschen, dem Sie restlos vertrauen können! Niemand kann auf Dauer leben ohne Vertrauen und ohne ein Mindestmaß an Echo und Bestätigung. Von Zeit zu Zeit muss jemand sagen: „Es ist gut, dass es dich gibt!“ Und sagen Sie dies auch ab und zu einem lieben Menschen! 
  • Mut zur Stille ist Lebensqualität, nicht die Flucht in den Lärm sondern vor dem Lärm! (wie schaut es aus?) Freiraum schaffen zum Hinhören, Denken und Danken!
  • Etwas mehr Humor! Der Himmel stürzt nicht sofort ein, wenn nicht alles nach meinem Kopf geht! Erich Kästner sagt: „Der Humor ist der Regenschirm der Weisen.“
  • Hoffnung und Glaube bieten Halt, denn Hoffnung ist nichts anderes als der Glaube an Gottes unendliche Liebe (Charles de Foucault). Jede echte Hoffnung gestaltet die Gegenwart und Christen drücken nicht die Daumen, sondern falten die Hände. (Peter Hahne). Die Hygiene der Seele ist Grundlage für eine engagierte Gelassenheit und eine gelassene Engagiertheit […].

Diese Tipps sind Anregungen, menschlich gesund zu leben.
Ich wünsche es Ihnen von Herzen.
Johann Menzinger, Schrobenhausen Geistlicher Rat

(Quelle: https://bistum-augsburg.de/Seelsorge-in-den- Generationen/Altenseelsorge/Corona-Miteinander-durch-die-Krise)